Befristungen von grünen Jobs

Wie sieht es eigentlich mit Befristungen der Jobs im Umweltbereich aus? Sind Stellen bei Verbänden, NGOs, bei Städten und Gemeinden öfter befristet als anderswo?

Diese Frage erreichte uns auf Twitter:

Wir haben daher mal eine grobe(!) Auswertung der Stellenanzeigen auf greenjobs.de gemacht.*

  • Über alle Stellen (ohne Praktika u.ä.) gesehen beträgt der Anteil der befristeten Stellen knapp 30%.
  • Bei Stellen bei Verbänden sowie im öffentlichen Dienst liegt der Anteil bei rd. 50%.

Etwas anders stellt sich das Thema Befristung im Bereich der Energiewende dar:

  • Knapp 20% der Stellen sind befristet.
  • Bei Verbänden, die Jobs im Themenfeld Energiewende anbieten liegt der Anteil der befristeten Stellen bei knapp 50%, im öffentlichen Dienst bei fast zwei Drittel.

Stellenanzeigen im Themenfeld Energiewende im öffentlichen Dienst sind zum großen Teil Klimaschutzmanager. Der hohe Anteil dieser projektfinanzierten Stellen erklärt die hohe Befristungsquote.

Nach Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung sind in Deutschland 7-8% der Stellen befristet (Stand 2015). Dieser Anteil bezieht sich auf alle Beschäftigten, während wir nur die Stellenanzeigen betrachten – und davon auch nur einen kleinen Ausschnitt. Der Befristungsanteil aller Beschäftigen ist (lt. Hans-Böckler-Stiftung) bei den Jüngeren dann auch deutlich höher und liegt zwischen 22 und 24% – und passt dann auch wieder besser zu „unseren“ Daten.

* Basis sind über 4.000 Stellenanzeigen, die im Zeitraum November 2016 bis Oktober 2017 auf greenjobs.de eingestellt wurden. Praktika, BFD und Azubistellen haben wir aus der Auswertung rausgelassen.

Wir wollen 40 Stunden minus X!

Leistungsbereitschaft und Engagement im Job ist richtig und wichtig. Besonders dann, wenn man im Job den Anspruch hat „die Welt zu verbessern“ oder der Arbeitgeber dieses Ziel hat. Und das ist in den grünen Branchen oft der Fall. Das ist ja auch ein Grund, warum viele gerne in diesem Bereich arbeiten (wollen).

Das darf aber nicht dazu führen, dass wir uns selbst ausbeuten. Menschen, die mit dauerhaften Überstunden und Dauerstress im Job prahlen, sind mir suspekt. Wenn es in einem Unternehmen nötig ist, dass alle oder Teile der Mitarbeiterschaft oder auch „nur“ der/die Chef/in regelmäßig Überstunden schieben müssen, damit die anstehende Arbeit erledigt werden kann, dann ist entweder die Arbeit nicht richtig verteilt oder das Geschäftsmodell funktioniert nicht richtig.

Natürlich gibt es immer mal Spitzen, die durch Überstunden abgefangen werden müssen. Dann muss aber auch sicher gestellt sein, dass es schnell wieder Phasen gibt, in denen es wieder entspannter zugeht und dann auch entsprechend weniger gearbeitet wird. Denn auch wenn es eigentlich klar ist tritt es oft in den Hintergrund: Erholung ist wichtig, sei es am Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub. Sonst wird es nichts mit der Nachhaltigkeit des Arbeitslebens, ein Burn-Out kommt schleichend.

Ein Sonderfall sind Einzelunternehmer/innen. Diese haben nicht die personelle Kapazität, Arbeitsspitzen über ein Team abzufangen. Aber auch hier: Wenn es dauerhaft nur möglich ist, den nötigen Umsatz zu machen indem regelmäßig mehr als 40 Stunden oder gar 50, 60 Stunden pro Woche gearbeitet wird, dann stimmt das Geschäftsmodell nicht. Oder Gründer/innen: Natürlich muss man zum Start eines Unternehmens investieren. Und zwar Geld und Zeit. Beides muss sich aber in einer angemessenen Zeit rentieren.

Bessere wäre es doch, so zu reagieren, wenn das nächste Mal jemand mit seinem überbordenden Engagement angibt:

(Hinweis: Das beworbene Buch „Rework“ kann ich uneingeschränkt empfehlen, ich oder greenjobs bekommen keine Provision oder ähnliches.)

Ziel bei einer Vollzeitstelle sollte meiner Meinung nach sein nicht zu sagen „Ich arbeite 40 Stunden plus X.“ sondern „Ich arbeite 40 Stunden minus X.“
Das ist auch eine Verantwortung der Vorgesetzten. Diese müssen nicht nur darauf achten, dass ihre Mitarbeiter nicht überlastet sind, sondern auch selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Also auch mal um 16 oder 17 Uhr Feierabend machen und dann auch keine Mails am Abend oder Wochenende ans Team schicken!

Denn eins ist klar: Wenn wir die Welt besser machen wollen, müssen wir zuerst einmal darauf achten, dass wir selbst nicht ausbrennen. Denn nur dann haben wir dauerhaft die Kraft, für „die Gute Seite“ zu arbeiten.

Also bitte in Zukunft nicht mehr:

  • Wow, schon wieder bis 22 Uhr im Büro und am Wochenende habe ich auch gearbeitet.
  • Ich mache jetzt Feierabend, checke nachher aber noch meine Mails.
  • Ich fühle mich krank, komme aber trotzdem mal ins Büro.
  • Ich habe da Urlaub, den kann ich aber verschieben.

greenjobs GmbH spendet 1.000,-€ an Bio Saatgutfonds

Wie in jedem Jahr spendet die greenjobs GmbH einen Teil ihres Gewinns an Initiativen, die im Zusammenhang mit Umweltschutz und gesellschaftlichem Engagement stehen.

„Unsere Welt befindet sich in vielen Bereichen an kritischen Wendepunkten“, erklärt Jan Strohschein, Geschäftsführer der greenjobs GmbH. „Wir, das Team von greenjobs.de, glauben daran, dass jeder Mensch und jedes Unternehmen unser Leben in eine positive, umweltgerechte Richtung mitgestalten kann. Mit unserer Spende an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft wollen wir die biologische Landwirtschaft direkt in einer ihrer Grundlagen unterstützen und hoffen, dass es noch viele weitere Unterstützer für dieses wichtige Projekt geben wird“.

Seit 15 Jahren kann man über das auf Umweltfachkräfte spezialisierte Online-Jobportal greenjobs.de neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen oder den eigenen künftigen Traumjob finden.

Die greenjobs GmbH, zu der auch das Fachkräfteportal eejobs.de und mygreatjobs gehören, spendet 1.000,-€ an den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

Weitere Spenden der greenjobs GmbH gingen in diesem Jahr an: