Die erste pestizidfreie Gemeinde entsteht

Die kleine Gemeinde Mals in Südtirol will die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden. Ein Film soll den Kampf gegen die mächtige Lobby unterstützen und Bürger in anderen Gemeinden zum Engagement ermutigen.

Reihenweise Monokulturen von Apfelbäumen; giftige Pestitzid-Wolken, die nicht nur Schädlinge töten, sondern auch die Tiere drum herum vertreiben: die Einwohner von Mals haben es satt. Genauer gesagt: Drei Viertel von ihnen haben es satt. So viele haben nämlich in einem Volksentscheid gegen den flächendeckenden Anbau von pestizidgepäppelten Apfel-Monokulturen gestimmt. Die Einwohner wollen ihr schönes, natürliches Bergdorf mit seinen vielfältigen Tier- und Pflanzenarten behalten. Sie wollen, dass Mals die erste pestizidfreie Gemeinde in Europa wird.

Doch das ist gar nicht so leicht. Nicht nur, dass einige Bürger nichts gegen die schnellen Gewinne hätten, die die Apfelkulturen versprechen. Auch die mächtige Pestizd-Lobby macht Druck und spielt die Nachteile herunter. Vor allem aber: Selbst die Politik hält nichts von dem Volksentscheid – weil der in so einem kleinen Dorf eigentlich gar nicht vorgesehen sei.

Ein Film soll den Widerstand der Bürger von Mals deshalb dokumentieren, ihren Einsatz bekannt machen und andere Gemeinden zum Engagement ermutigen. Dass drei Viertel eines Dorfes etwas beschließen und das dann doch nicht möglich sein soll – das kann es ja schließlich nicht sein. Auf Startnext läuft gerade eine Crowdfunding-Aktion für den Film. 20 Tage vor Schluss hat sie ihr Ziel schon fast erreicht.

Mehr Berichte, Interviews und Ideen gibt es auf Good Impact, der Plattform für gesellschaftlichen Wandel.

Comments

  1. Fabio says:

    Gute Nachricht. Wir brauen mehr davon. In der Förderung der Regionalität liegt unsere große Chance.
    Weg von den weltumfassenden Konzernen – hin zur eigenen Region.

    Grüße