EU Gericht kippt Safe Harbour – und greenjobs.de freut sich

Gestern hat der European Court of Justice das Safe Harbour Abkommen zwischen der EU und den USA gekippt. Es erlaubte Firmen per Hinweis auf diese Regelung, u.a. personenbezogene Daten auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu speichern. Das Gericht sah die Europäischen Datenschutzvorgaben dadurch als gefährdet an und gab dem Kläger recht.

Jetzt fragen sich viele Webseiten-Betreiber: Darf ich meine Anwendungen noch in z.B. Amazon’s Cloud Diensten laufen lassen? Darf ich noch Google Analytics zum Tracken meiner Besucherinnen und Besucher verwenden? Muss ich das Facebook Widget von meiner Seite nehmen usw. usw. Wir sehen das mit einer gewissen Genugtuung, weil wir von Beginn an das Prinzip der Datensparsamkeit angewendet haben. Wir erfragen und speichern nur Daten, die wir auch wirklich benötigen. Zum Aufgeben eines Stellengesuchs zum Beispiel, muss man nicht einmal seinen Namen eintragen.

Und wir haben uns stets dagegen entschieden, Widgets oder sonstige Resourcen von Google, Facebook & Co so einzubinden, dass Besucher von greenjobs.de oder eejobs.de für diese automatisch trackbar werden. Auf unserem Blog verwenden wir für die Sozialen Medien die 2-Klick-Lösung von Heise, zum Schutz vor Spam-Bots nutzen wir nicht das zu Google gehörende Re-Captcha und statt unsere Web-Statistik über Google’s Standard-Lösung Analytics zu machen, verwenden wir die selbst gehostete Opensource Alternative Piwik.

Wir sind der Meinung, dass jeder Seiten-Betreiber es selbst in der Hand hat, wie weit er sich – und wichtiger noch: seine Nutzerinnen und Nutzer – Google & Co ausliefert. Manchmal kostet es ein bisschen mehr Arbeit, manchmal bietet eine datenschutzfreundliche Alternative weniger Features. Aber wir können damit ruhiger schlafen. Gerade auch wegen Themen wie dieser ist greenjobs.de Mitglied der Electronic Frontier Foundation – einer der ältesten Bürgerrechtsorganisationen der digitalen Welt. Wir freuen uns über die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, weil sie die Rechte aller Internetnutzer in Europa stärkt.

Comments

  1. Chrissi says:

    Danke Greenjobs.de!

    • Gerne – wir versuchen einfach so zu handeln, wie wir auch behandelt werden wollen.

  2. Robert Krahlmann says:

    Bei dem Thema weiß man gar nicht, was man glauben soll und was nicht. Ich bin aber froh, dass die EU bzw das Gericht so entschieden hat und hoffe, die Politiker achten darauf!

    • Ja, da läuft vieles hinter verschlossenen Türen – Firmen in den USA, die tatsächlich mit den Sicherheitsdiensten zusammengearbeitet haben (bzw. dies mussten), wurde ja dann meist auch noch ein Maulkorb angelegt, damit sie genau darüber nicht sprechen. Daher ist es sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, wenn die EU hier nun den Europäischen Datenschutz härter durchsetzen muss. Aber wir sollten uns nichts vormachen: Institutionen wie die NSA werden auch weiterhin alle Daten von Facebook & Co bekommen, die sie wollen – ob die Daten nun in den USA gespeichert sind oder sonstwo. Aber man muss ihnen die Daten ja nicht unbedingt auch noch auf dem silbernen Tablett vor die eigene Haustür servieren.